„Mangels Mitgliedern ist der Verein erloschen.“ Zum administrativen Umgang mit den Überresten der jüdischen Gemeinde Wunstorf nach 1945

Nach der erzwungenen Emigration und der Ermordung der verbliebenen jüdischen Bevölkerung blieben nach 1945 nur bauliche und administrative Überreste der jüdischen Gemeinde Wunstorf. Die Verwaltung kam nicht umhin, sich mit diesen Relikten zu befassen. Der Vortrag beschäftigt sich u. a. mit der Frage, wie dieser Umgang zu einer Zeit aussah, die vielerorts von Schuldabwehr und Scham gekennzeichnet war.

Vortragender: Eberhard Kaus

 

„Deutscher Wald“ in Afrika. Koloniale Konflikte um regenerative Ressourcen, Tansania 1892-1916

Die Einführung der modernen Forstwirtschaft ging in Tansania während der deutschen Kolonialzeit mit massiven Eingriffen in die ökologischen Verhältnisse und die Landnutzungsrechte lokaler Bevölkerungsgruppen einher. Verantwortlich war ein transnational agierendes Netzwerk tropischer Forstexperten, das bis in das heutige Niedersachsen reichte. Dessen Diskurse und Praktiken werden im Vortrag analysiert.

Vortragender: Dr. Lars Kreye, Hölty Gymnasium

ABGESAGT: Die Rolle der Grafen von Wunstorf und weiterer weltlicher Vögte des Stiftes

Die Klöster und Stifte hatten im Mittelalter in der Regel einen Vogt. Dieser war oft ein mächtiger Laie. Er sollte die Klöster und Stifte in weltlichen Dingen, z. B. vor Gericht vertreten und sie vor Eingriffen durch andere schützen („Schutzherrschaft“). Dafür wurde er entlohnt. Dieses Amt wurde jedoch von den Vögten oft zur eigenen Bereicherung auf Kosten der Klöster und Stifte genutzt.

Vortragender: Prof. Dr. Michael Rothmann, Historisches Seminar der Leibniz Universität Hannover